Geschichte – mehr als nur Vergangenheit

Hier sehen Sie ein Bild des Malers Ferdinand Victor Eugène Delacroix aus dem Jahr 1830. Es zeigt eine Szene aus dem Straßenkampf während der Revolution 1830. Der letzte Bourbone, Karl X. , muss das Land cverlassen. Nachfolder wurde der Bürger-König Louis Philippe.

In dem Bild führt die Marianne, die französische Freiheitszheldin, den Barikkadenkampf an. Es ist eine Revolotution der Bürger. Neben der Marianne kämpft ein bürgerlicher Radikademokrat mit Zylinder und Gewehr. Links neben ihm ein Angehöriger des Keinbürgertums. Rechts neben der Marianne hebt ein Junge einen Revolver in die Luft. Ist er Waise? Betrachtet er die Revolution als Unterbrechung seines eintönigen Lebens? Denn wer auch gewinnt – er wird nicht zu den Siegern gehören. Diese Revolution ist eine bürgerliche Revolution. Mag auch die Marianne die Freiheit zum Sieg führen – auf dem Boden sieht man Tote und Sterbende.

Das Bild hat mich immer schon fasziniert, aber auch traurig gemacht. Revolutionen können Völker befreien, aber sie kosten auch Blut. Die Jahre 1789 bis 1848 waren in Eurropa und in Deutschland die Zeit der Barrikadenkämpfe. In Frankreicheit siegte die Freiheit (wenn auch unter Opfern) – in Deutschland scheiterte die Revolution von 1848.

War der Sturm auf die Bastille, jenes königliche Schuldgefängnis in Paris am 14. Juli 1789 wirklich der Beginn der Revolution? Oder war es ein Ereignis, das jedem – ob Bauer oder König – klar machte, dass die Welt sich verändern würde. Aber selbst gescheiterte Revolutionen verändern die Politik. Heute benutzen wir noch den Begriff „Revolution“ (für Digitale Revolution), aber es handelt sich um strukturelle Veränderungen. Und hat nicht die Industrielle Revolution unser Leben stark verändert?

Geschichte ist ein Prozess der Veränderungen. Sie wird von Menschen gemacht, die unter Umständen leben, mit denen sie nicht mehr klar kommen, aus denen sie aubrechen müssen. Besteht deshalb Anlass zum Pessimismus? Meiner Meinung nach nicht. Revolutionen verlaufen nicht ohne Schwierigkeiten, aber wir Menschen sind ihnen nicht schutzlos ausgeliefert.

Eine Webpräsenz für historisch Interessierte

Hier geht es nicht nur um die französiche Geschichte oder um Revolutionen im Allgemeinen. Diese Seite richtet sich an Menschen, die ein Interesse an Geschichte haben. Nicht an irgenwelchen Anekdoten, sondern an die Frage, welche Ziele verfolgten zum Beispiel die politichen Parteien in Deutschland 1918/19?

Was beantwiorten Historiker diese Fragen? Historiker versuchen, mithilfe von „Quellen“ (alten Akten, Tagebüchern, alten Zeitschriften) Ereignisse aus Epochen zu rekonstruieren, die sie nicht erleben durften oder mussten. Manchmal ist es so, als ob man weiß, dass ein Fluss existiert, und die Ursprünge sind schwer zu finden,aber sie sind da.

War er 9. November 1918, als in Berlin die Revolution ausgerufen wurde, das Ende des deutschen Obrigkeitsstaates? Ober begann an jenem Tag die Auseinandersetzung zwischen Mehrheitssozialdemokraten, Unabhängigen Sozialdemokraten, Vertretern der Arbeiter – und Soldatenräte.also die Diskussion über die Revolution? Strebten Mehrheitssozialdemokraten und Arbeiterräte die gleichen Ziele an? Oder kristalliisierte sich erst in den nächsten Wochen heraus, was man unter einer „Deutchen Revolution“ verstand. Strebten nicht die Liberalen eher eine parlamentarische Monarchie an? Wer den „Vorwärts“ liest, wird ein Blick aus der Sicht der Mehrheitssolzialdemokraten erhalten. Wer zur „Hilfe“ greift, hat ein Spracjrohr des Liberalismus in der Hand. Ein Historiker muss sich also ein breites Spektrum an Quellen suchen. Dazu gehören auch Zeitzeugen.

Diese Fragen müssen mithilfe er historisch-kritischen Methode bearbeitet werden. Ein weiteres wichtiges Hilsmittel ist für den Doktorann die Forschungsliteratur oder Quellensammlungen. Man muss nicht immer das Rad neu erfinden.

Bevor jetzt falsche Ängste auftauchen: Ich erwarte kein Geschichtstudium. Wer sich für Geschichte interessiert, ist bei mir wilkommen. Und wer Fagen hat: Für Antworten stehe ich unter meiner Mailadresse zur Verfügung. Leider komme ich erst nach ein Paar Tagen dazu, Ihre Fragen zu beantworten. Und jeder Geschichtsstudent hat schon einmal ratlos vor einer Quelle gesessen. Ich hoffe, es gelingt mir, beim Schreiben klar zu machen, zu welchem Ergebnis ich komme. Oder sie sind anderer Meinung! Dann hat die Homepage ihren Zweck erfüllt.

Wine wichtige Aufgabe besteht für den Historiker auch darin, seine Forschungsergebnisse lesbar zu Papier zu bringen. Französihe und Englische Forscher verstehen es, Geschichte zu „erzählen“, ohne in Anekdoten abzuschweifen. Deutsche Historiker tun sich da manchmal schwer.

Hier erwarten Sie Aufsätze zu historischen Themen. Ich versuche, den Umfang auf bis zu 12. Seiten zu begrenzen. Ab dem 18. Juni 2019 wird jeder Beitrag Fußnoten enthalten.

Ein weiteres Theme ist die Militärgeschichte. Ich weiß, Schlachten – und Operationsgeschichte gelten als fast schon reaktionär. Ich bin überzeugte Zivilisten und frage mich immer wieder, wie Menschen diese Höllenqual ausgestanden haben. Aber ich kann nicht verhehlen, dass mich schon interessiert, mit welchter Taktik der britische Kommandor der Grand Fleet 1916 in der Seeschlacht im Skagerrak versuchte, die deutsche Marine einzukreiben. Ober wie man im Kaiserreich auf die Idee kam, England zum Verbündeten zu gewinnen, in dem man eine Flotte baute, die London nur als Bedrohung auffassen konnte? Oder worin bestand das Winder an der Marne 1914? Selbst wenn die 1. deutsche Armee die Briten besiegt hätte, der Sieg wäre immer noch in weiter Ferne gewesen. Diese Mischung aus operativer Kompetenz und strategischer Unfähigkeit überrascht nicht selten.

Was erwartet Sie hier?

Wie bereits erwähnt liegt der Schwerpunkt auf der Geschichte Deutschlands und Europas. Ich möchte ihnen kurz vorstellen, was Sie erwarten können? Keine Sorge. Es geht nicht nur um Militärgeschichte.

Der Schwerpunkt liegt auf dem Gebiet der Neuzeit, also seit 1789. Im Mittelpunkt steht dabei die Politische Geschichte. Hier geht es vorwiegend um den Staat und um handelnde Personen. Im Gegensatz zu früheren Zeiten befasst sich Politische Geschichte aber nicht nur mit Kriegen oder „großen Männern“. Auch gesellschaftliche Entwicklungen spielen eine Rolle.

Geschichte ist für mich ein offener Prozess, ein Feld der Möglichkeiten. Der Historiker kommt vom „Rathaus“: Er weiß, warum das Kaiserreich den Ersten Weltkrieg verlor. Aber die Frage nach realistischen Alternativen ist erlaubt. Geschichte ist keine Einbahnstraße.

Natürlich gibt es Grenzen für wissenschaftliche Meinungsverschiedenheiten. Man kann darüber streiten, ob Hitler sich erst 1940/41 zur Ermordung der deutschen und europäischen Juden entschloss. Oder ob nicht auch andere führende Politiker der NSDAP an dieser Entscheidung beteiligt waren.

Wer aber behauptet, der Antisemitismus habe bei Hitler nur eine untergeordnete oder gar keine Rolle gespielt, der verlässt das Feld der wissenschaftlichen Diskussion. Noch einmal: Denkverbote darf es nicht geben. Aber es gibt einen Unterschied zwischen Mindermeinungen und offenkundigem Unsinn.

Wenn die Fakten geklärt sind (oder zu sein scheinen), besteht die nächste Aufgabe darin, die Ergebnisse in einer Form darzulegen, die den Leser anspricht. Ich bin keine Schriftstellerin. Aber ich bemühe mich, Geschichte zu „erzählen“, was nicht bedeutet, sich in belanglose Anekdoten zu verlieren.

Es beginnt mit „Buchbesprechungen“. Hier stelle ich auch ältere Titel vor, die ich für lesenswert halte. Dann folgen „Verfassungsgeschichte“, „Biografische Texte“ und Beiträge über den „Zweiten Weltkrieg“.

Die frühe Neuzeit habe ich unter „1517 bis 1789“ zusammengefasst. Unter „1789“ bis 1871″ finden Sie Beiträge über die preußischen Reformen, die Frankfurter Paulskirche oder die Schlacht von Königgrätz.

Dann folgen die Kategorien „Kaiserreich“, „Weimarer Republik“ und „Nationalsozialismus“. In der Kategorie „Nationalsozialismus“ geht es schwerpunktmäßig um den Unrechtscharakter des Regimes und den deutschen Widerstand. Die militärischen Operationen stehen in der Kategorie „Zweiter Weltkrieg“ im Vordergrund. In Zukunft soll die „Weimarer Republik“ einen größeren Stellenwert einnehmen. Warum scheiterte die erste deutsche Demokratie?

Die Geschichte der Bundesrepublik bis 1990 bildet eine Kategorie. Beiträge zur Geschichte Englands oder Frankreichs finden Sie unter „Internationaler Geschichte“.

In der Kategorie „Staats -und Verfassungsrecht“ geht es um unser Grundgesetz, sowie um einfache Rechtsfälle und ihre Lösungen.

Zu meiner Person

Ich habe an der Fernuniversität Hagen Geschichte mit den Nebenfächern Jura und Soziologie studiert. Danach wurde ich mit einer Arbeit zum Thema Sozialliberalismus am Lehrgebiet Neuere Geschichte von Herrn Professor Peter Brandt promoviert. Vorbilder hatte ich nie, aber sein offener Diskussionsstil und seine Liberalität haben mich stets beeindruckt.

Anschließend hatte ich bei Herrn Professor Brandt von 2007 bis 2011 einen unbesoldeten Lehrauftrag inne. Im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands bin ich Mitglied.

Unter „Veröffentlichungen“ habe ich Aufsätze aufgelistet, die ich in wissenschaftlichen Fachzeitschriften publiziert habe.

Für Anregungen bin ich immer dankbar. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

Dr. Katharina Kellmann

Das Foto Im Header ist gemeinfrei; ich habe es wikimedia commons entnommen.