Wozu Geschichte?

Wozu Geschichte? Jeder hat seine Leidenschaften und Interessen.

Bei mir war es von füher Jugend an die Geschichte. Gerne lade ich Sie, falls Sie sich für Geschichte interessieren, ein sich mit mir auf die Spuren der Vergangenheit zu begeben.

Mein Schwerpunkt ist die Politische Geschichte. Hier geht es vorwiegend um den Staat und um handelnde Personen. Im Gegensatz zu früheren Zeiten befasst sich Politische Geschichte aber nicht nur mit Kriegen oder „großen Männern“. Auch gesellschaftliche Entwicklungen spielen eine Rolle.

Ein Streifzug durch das Staatsrecht, die Verfassungsgeschichte oder Glossen über den Minirock und sein „Durchbruch“ in den sechziger Jahren (nur um ein Beispiel zu nennen) runden die Themenpalette am Rande ab.

Gerade beim Thema „Minirock“ wird deutlich, wie stark gesellschaftliche Veränderungen unser Leben beeinflussen. Ist es ein Zufall, dass dieses Bekleidungsstück die Alltagsmode in den sechziger Jahre teilweise fast bestimmte – in einer Zeit, die liberaler und offener war als die fünfziger Jahre? Und wundert es, dass der Minirock auch auf Kritik stieß?

Im Vordergrund dieser Website aber steht die Politische Geschichte.

Was tun Historiker?

Historiker versuchen, mithilfe von „Quellen“ (alten Akten, Tagebüchern, alten Zeitschriften) Ereignisse zu rekonstruieren, aus Epochen, die sie nicht erleben durften oder mussten. Manchmal ist es so, als ob man weiß, dass ein Fluss existiert, aber die Ursprünge sind schwer zu finden. Im Studium erlernt man Methoden, um sich mit den zum Teil gegensätzlichen Inhalten der Quellen auseinanderzusetzen.

Und manchmal muss man auch einräumen, dass es zu einem bestimmten Punkt keine hinreichend gesicherten Quellen gibt.

Geschichte ist für mich ein offener Prozess. Ein Beispiel: Heute noch diskutieren Historiker darüber, ob die SPD im Winter 1918/19 nicht die Chance hatte, grundlegendere Veränderungen durchzuführen. Diese Alternativen können Forscher nur in den Quellen finden. Spekulationen, und mögen sie auch noch so geistreich sein, sind keine Alternativen im Sinne der Geschichtswissenschaft.

Hinzu kommt, dass Archivmaterialien unterschiedlich interpretiert werden können. Es gibt gute Gründe für die These, dass die SPD im Winter 1918/19 zu vorsichtig war. Aber man kann ebenso die These vertreten, dass angesichts der chaotischen Umstände im November und Dezember 1918 das erste Ziel einer „revolutionären Regierung“ sein musste, die Einheit Deutschlands zu erhalten, die Bevölkerung im Winter 1918/19 zu ernähren und möglichst schnelle Wahlen zu einem verfassungsgebenden Parlament abzuhalten.

Natürlich gibt es Grenzen für wissenschaftliche Meinungsverschiedenheiten. Man kann darüber streiten, ob Hitler sich erst 1940/41 zur Ermordung der deutschen und europäischen Juden entschloss. Oder ob nicht auch andere führende Politiker der NSDAP an dieser Entscheidung beteiligt waren.

Wer aber behauptet, der Antisemitismus habe bei Hitler nur eine untergeordnete Rolle gespielt, der verlässt das Feld der wissenschaftlichen Diskussion. Noch einmal: Denkverbote darf es nicht geben. Aber es gibt einen Unterschied zwischen Mindermeinungen und offenkundigem Unsinn.

Wenn die Fakten geklärt sind (oder zu sein scheinen), besteht die nächste Aufgabe darin, die Ergebnisse in einer Form darzulegen, die den Leser anspricht. Ich bin keine Schriftstellerin. Aber ich bemühe mich, Geschichte zu „erzählen“, was nicht bedeutet, sich in belanglose Anekdoten zu verlieren.

Bei den historischen Kurzgeschichten kann ich etwas tun, was ich als Historikerin nicht darf: Fakten durch Fantasie zu ersetzen. Es handelt sich um kurze Ausflüge auf das Feld des fiktionalen Schreibens.

Zu meiner Person

Ich habe an der Fernuniversität Hagen Geschichte mit den Nebenfächern Jura und Soziologie studiert. Danach wurde ich mit einer Arbeit zum Thema Sozialliberalismus am Lehrgebiet Neuere Geschichte von Herrn Professor Peter Brandt promoviert. Vorbilder hatte ich nie, aber sein offener Diskussionsstil und seine Liberalität haben mich stets beeindruckt.

Anschließend hatte ich bei Herrn Professor Brandt von 2007 bis 2011 einen unbesoldeten Lehrauftrag inne. Im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands bin ich Mitglied.

Unter „Veröffentlichungen“ habe ich Aufsätze aufgelistet, die ich in wissenschaftlichen Fachzeitschriften publiziert habe.

Für Anregungen bin ich immer dankbar. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

Dr. Katharina Kellmann

 

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