Friedrich Ebert und die Novemberrevolution

Friedrich Ebert und die Novemberrevolution – ein Thema, das immer wieder für Diskussionen sorgt. Zwischen dem 9. November 1918 und dem 6. Februar 1919 bestimmte der Vorsitzende der SPD maßgeblich die Geschicke der Reichspolitik. Ebert gehörte einer Partei an, die im Kaiserreich eine Zeitlang verfolgt worden war. Aber auch nach dem Fall des Sozialistengesetzes wurden Sozialdemokraten diskriminiert oder galten in Teilen des Bürgertums und des Adels als nicht gesellschaftsfähig. Nun fiel gerade dieser Partei die Aufgabe zu, Deutschland aus der Krise zu führen, für die Wilhelm II. maßgeblich Verantwortung trug.

Am 9. November 1918 gab Reichskanzler Prinz Max von Baden die Abdankung des Kaisers bekannt und übertrug seine Amtsgeschäfte dem Sozialdemokraten Fritz Ebert. Das Deutsche Reich stand vor großen Herausforderungen. Der Krieg war verloren. Der Rückzug des Heeres aus den besetzten Gebieten musste organisiert werden. Teile der Bevölkerung forderten einen Neuanfang: Die kaiserlichen Eliten in Wirtschaft und Militär sollten entmachtet werden. In vielen Städten bildeten sich Arbeiter- und Soldatenräte. Die Rufe nach einer Sozialisierung der Wirtschaft wurden lauter.

Novemberrevolution: Demonstrationen am 9.November 1918 in Berlin, Unter den Linden, in Höhe der Universität. Quelle:Bundesarchiv_Bild_183-18594-0045 via Wikimedia Commons

Schon zu Lebzeiten wurde Ebert von links und rechts angefeindet (vgl. Köhler 2002, S. 156). Historiker diskutierten ebenfalls kontrovers seine Bilanz der Übergangszeit (vgl. Rürup, 2020, S. 159). 1959 vertrat Karl-Dietrich Erdmann im „Gebhardt“, dem Standardhandbuch, die These, die junge Republik hätte in jenen Wochen vor der Alternative parlamentarische Demokratie oder Rätestaat gestanden (vgl. Kolb 1988, S. 149).

1962 legte Eberhard Kolb eine Studie über die Arbeiter- und Soldatenräte in der Revolution vor, in der er auf den gemäßigten Charakter der meisten Räte hinwies. Dieses demokratische Potenzial hätte Ebert nicht genutzt, um grundlegende Reformen einzuleiten. Der Sozialdemokrat hätte die Gefahr einer bolschewistischen Machtübernahme überschätzt. Kolbs Forschungen wurden in den nächsten Jahren von Historikern wie Reinhard Rürup fortgeführt und erweiterten das Wissen über die Revolution.

Diese Sichtweise forderte Ende der Siebzigerjahre wiederum Kritik heraus. Zwar kehrte man nicht zu den Thesen Erdmanns zurück, hinterfragte jedoch kritisch das Demokratiepotenzial der Räte und gelangte zu einem differenzierteren Urteil über mögliche Alternativen und deren Chancen. In der Neuausgabe des „Gebhardt“ schlägt sich dieser Wandel nieder; Erdmanns Thesen gelten als widerlegt (vgl. Büttner 2010, S. 247). Konservative Historiker wie Henning Köhler bezweifeln jedoch nach wie vor grundsätzlich, dass es eine Alternative zu Eberts Politik gab, auch wenn keine linksradikale Diktatur gedroht hätte (vgl. Köhler 2002, S. 157). Walter Mühlhausen wies vor wenigen Jahren die Kritik an der Rolle Eberts in der Übergangszeit zurück. Sein gemäßigter Kurs und seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den kaiserlichen Eliten hätte maßgeblich zur Stabilität der jungen Republik beigetragen (vgl. Mühlhausen 2020, S. 79).

Historische Forschung ist ein Prozess, der nie zu einem Ende kommt. Neue Quellen werden erschlossen, neue Fragestellungen tauchen auf und führen dazu, dass bekannte Quellen anders interpretiert werden. Die Revolution 1918/19 gehört zu den zentralen Themen im Bereich der neueren und neuesten deutschen Geschichte (vgl. Schulze 1998, S. XI). Es fällt schwer, sich mit der Weimarer Republik zu befassen, ohne den Aufstieg des Nationalsozialismus auszublenden. Von Anfang an betonten Historiker, dass bei aller wissenschaftlich gebotenen Distanz jedes Urteil über die Jahre zwischen 1918 und 1933 „zugleich ein politisches Faktum ist.“, wie Karl-Dietrich Erdmann 1955 anmerkte (Erdmann 1955, S. 3).

Vor dem Hintergrund der eingangs skizzierten Standpunkte möchte ich mich in diesem Beitrag mit folgenden Fragen befassen: Welche Ziele verfolgte Ebert? Warum arbeitete er eng mit den kaiserlichen Militärs zusammen? Wie groß war sein Handlungsspielraum? Welche Alternativen gab es und wie realistisch waren sie?

Vom Arbeitersekretär zum Reichskanzler

Ebert hatte im Kaiserreich seine politische Laufbahn in der SPD und den Freien Gewerkschaften begonnen und galt als Mann des gemäßigten Parteiflügels. Er wurde 1871 geboren und erlernte das Sattlerhandwerk. In Bremen machte er als Arbeitersekretär und Parteifunktionär auf sich aufmerksam. 1905 wurde er in den Parteivorstand gewählt und zog mit seiner Familie nach Berlin. 1912 gewann er ein Reichstagmandat. Ein Jahr später wählte die Partei Hugo Haase und ihn zu Parteivorsitzenden.

Ebert war ein geschickter Organisator. Theoretische Diskussionen lagen ihm weniger. Friedrich Ebert verkörperte den Typ des pragmatischen Sozialdemokraten, der im wilhelminischen Kaiserreich erlebt hatte, dass die stärkste deutsche Partei immer einflussreicher wurde, aber auch an Grenzen stieß (vgl. Grebing, 2007, S. 68). Für ihn war organisatorische Disziplin ein wichtiges Mittel, um den Einfluss der Sozialdemokratie zu vergrößern und jene Grenzen zu überwinden, die die Arbeiterschaft an der gleichberechtigten Mitwirkung in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hinderten (vgl. Ebert Werke Band 1, S. 278).

Im Laufe des Ersten Weltkrieges konnte er sich in ganz Deutschland einen Namen machen (vgl. Mühlhausen, 2020, S. 49) Ebert gehörte zu den entschiedensten Verfechtern der Politik des „Burgfriedens“: Die Regierung verzichtete auf Verfolgungsmaßnahmen und die Sozialdemokratie stimmte im Reichstag den Kriegskrediten zu. Gleichzeitig trat Friedrich Ebert für grundlegende Reformen ein. Vor einem Bruch mit der kaiserlichen Regierung schreckte er zurück. Sein Ziel war der demokratische Volksstaat mit monarchischer Spitze. Der Kaiser sollte jedoch nur noch repräsentative Aufgaben übernehmen (vgl. Schulze 1998, S. 161).

1917 hatte die Parteispitze öffentlich erklärt, dass man bereit wäre, eine parlamentarische Monarchie zu akzeptieren, wenn die Mehrheit der Deutschen dies wünscht. Sozialdemokraten, die mit der gemäßigten Politik der Partei unzufrieden waren, hatten 1917 die USPD gegründet. In der Arbeiterschaft konnten die Unabhängigen mit ihren Forderungen nach einem sofortigen Friedensschluss und grundlegenden demokratischen Reformen immer mehr Anhänger gewinnen. Bei Massenstreiks im Januar 1918 musste die Führung der SPD feststellen, dass ihr Einfluss geringer geworden war (vgl. Mühlhausen 2020, S. 48; Schulze 1998, S. 157).

Friedrich Ebert als Reichspräsident. Die Aufnahme wurde 1925 kurz vor seinem Tod aufgenommen. Aufnahme des Fotografen Robert Pahl. Quelle: Bundesarchiv, Bild 102-00015 / Georg Pahl / CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons.

Ebert setzte 1918 klar auf eine evolutionäre Veränderung der politischen Machtverhältnisse (vgl. Grebing, 2007, S. 68). Im Reichstag arbeiteten die Sozialdemokraten seit 1917 eng mit der linksliberalen Fortschrittlichen Volkspartei und dem katholischen Zentrum zusammen. Die drei Parteien strebten die Umwandlung der konstitutionellen in eine parlamentarische Monarchie an. In dieser Haltung wurde die SPD noch durch die Machtübernahme der Bolschewiki in Russland bestärkt. In der Parteizeitung „Vorwärts“ erschien am 5. Januar 1918 ein Artikel, in dem die diktatorischen Methoden der Kommunisten scharf verurteilt wurden. Der Übergang zum Sozialismus könne nur in Übereinstimmung mit der Bevölkerungsmehrheit vollzogen werden. Die Überführung von Unternehmen in Gemeineigentum sei erst möglich, wenn die Voraussetzungen dafür vorlägen. Sozialismus ohne Verwirklichung der liberalen Demokratie lehnten die Sozialdemokraten ab (vgl. Schulze 1998, S. 158).

Als sich die innenpolitische Lage 1918 zuspitzte, erinnerte Friedrich Ebert seine Parteifreunde am 23. September noch einmal an die Entwicklung in Russland und warnte vor revolutionären Umwälzungen. Zusammen mit den bürgerlichen Kräften müsse man grundlegende Reformen durchsetzen (vgl. Kolb 1978, S. 29).

Am 29. September 1918 leitete Wilhelm II. auf Druck der Obersten Heeresleitung die Parlamentarisierung des Reiches ein (Das Ende der Hohenzollernmonarchie — Dr. Katharina Kellmann (katharinakellmann-historikerin.de). Neuer Reichskanzler wurde Max von Baden, ein liberaler Aristokrat (vgl. Eschenburg 1984, S. 184). Als Vorsitzender der SPD begrüßte Friedrich Ebert im Oktober im Reichstag diese Reformen. Sie bestärkten ihn in der Auffassung, dass der Parlamentarismus der Arbeiterbewegung die Möglichkeit bot, ihre Ziele durchzusetzen. Zwei sozialdemokratische Staatssekretäre, Philipp Scheidemann und Gustav Bauer, traten in das Kabinett des Reichskanzlers ein. Scheidemann hatte sich zuerst gegen eine Regierungsbeteiligung ausgesprochen, aber Ebert konnte sich durchsetzen (vgl. Eschenburg 1984, S. 48).

In der Fraktion und im Parteivorstand wuchsen jedoch die Zweifel an der Politik des Parteivorsitzenden. Ende Oktober thematisierte der „Vorwärts“ die Abdankung des Kaisers. Ebert wollte jedoch aus pragmatischen Gründen die Hohenzollerndynastie erhalten (vgl. Mühlhausen, 2020, S. 52). Die Führung der SPD geriet immer mehr unter Druck, da die USPD und linksradikale Kräfte das Ende der Monarchie und ein sofortiges Kriegsende forderten. (vgl. Kolb 1998, S. 32).

Ende Oktober 1918 kam es in Kiel zu einer Meuterei in der Hochseeflotte. Die Matrosen lehnten es ab, mit ihren Schiffen auszulaufen, um der englischen Flotte in der Nordsee eine letzte Seeschlacht zu liefern. In Kiel übernahm ein Arbeiter- und Soldatenrat die vollziehende Gewalt. Ebert entsandte Gustav Noske in die Küstenstadt, wo er am 4. November 1918 zum Vorsitzenden des Rates gewählt wurde. Er konnte aber nicht verhindern, dass sich die Erhebung in Deutschland ausbreitete.

In den nächsten Tagen bildeten sich in vielen deutschen Städten zur Bildung Arbeiter- und Soldatenräte, die in der Regel ohne Gegenwehr die Kontrolle über die öffentliche Gewalt übernahmen (vgl. Bernstein 1998, S. 238). In Köln beispielsweise konstituierte sich am 8. November 1918 ein Arbeiter- und Soldatenrat, der Oberbürgermeister Adenauer über die Situation in Kenntnis setzte. Adenauer erklärte sich zur Zusammenarbeit bereit. Dann erließ der Rat einen Aufruf, in dem Plünderern schwere Strafen angedroht wurden. Die Revolution sollte in „geordneten“ Bahnen verlaufen (Dok. 10 Der Arbeiter- und Soldatenrat für Freiheit und Ordnung – Köln, den 8. 11. 1918 in Ritter/Miller, 1975, S. 63). Ein sofortiger Friede, Unterordnung des Militärs unter die zivile Gewalt, Entlassung der politischen Gefangenen und die Einführung der republikanischen Staatsform wurden als Ziele benannt. Zwei Mehrheitssozialdemokraten und ein Vertreter der USPD bildeten den Vorstand (vgl. Dok. 10 Der Arbeiter- und Soldatenrat für Freiheit und Ordnung – Köln, den 8. 11. 1918 in Ritter/Miller 1975, S. 63 f.). Auch in anderen Städten engagierten sich lokale Parteiorganisationen der SPD in den Räten (vgl. Kolb 1998, S. 32). Am 7. November 1918 verzichtete König Ludwig III. von Bayern als erster deutscher Bundesfürst auf seinen Thron. In den nächsten zwei Tagen brach die monarchische Ordnung in Deutschland endgültig zusammen. Regierende Fürsten mussten ihre Residenzen verlassen und sich in Sicherheit bringen. Die Revolution verlief weitgehend friedlich.

In Berlin riefen die USPD und der kommunistische Spartakusbund am 9. November 1918 zu einem Generalstreik auf. Die sozialdemokratischen Staatssekretäre erklärten am Vormittag ihren Rücktritt. Prinz Max von Baden drängte den Kaiser, der sich im Hauptquartier der Obersten Heeresleitung im belgischen Spa aufhielt, verzweifelt zur Demission. Gegen Mittag erschienen Ebert, Scheidemann und mehrere führende Sozialdemokraten in der Reichskanzlei. Über das Gespräch mit Prinz Max von Baden gibt es unterschiedliche Berichte. Nach den Memoiren von Philipp Scheidemann soll Prinz Max noch gezögert haben, weil er auf Nachrichten aus Belgien wartete. Ebert hätte erklärt, dass die Fortführung der Monarchie durch den ältesten Enkel des Kaisers nicht mehr möglich sei. Daraufhin hätte Prinz Max Ebert das Amt des Reichskanzlers angeboten und dieser hätte zögernd und auf Drängen Scheidemanns zugestimmt (vgl. Schulze 1998, S. 160). Eduard Bernstein schildert in seiner Geschichte den Verlauf des Gespräches etwas anders. Ebert wäre energisch aufgetreten und hätte dem Reichskanzler klar gemacht, dass er „eine ungeheure Mehrheit der Bevölkerung“ vertreten würde. Die „volle Demokratie“ sei sein Ziel (Bernstein, 1998, S. 61). Prinz Max von Baden soll Ebert dann gefragt haben, ob dieser für Ruhe und Ordnung garantieren könne, was der Vorsitzende der SPD bejahte (vgl. Bernstein 1998, S. 61). Da der Reichskanzler und seine Staatssekretäre davon ausgingen, dass Wilhelm II. abgedankt hätte, erklärten sie ihren Rücktritt. Prinz Max von Baden übergab seine Amtsgeschäfte an Friedrich Ebert. Walter Mühlhausen stützt in seiner Biografie über Ebert diese Version (vgl. Mühlhausen 2020, S. 55).

Der Vorsitzende der SPD wollte noch im Oktober 1918 die Revolution verhindern (vgl. Ebert Werke Band 2 1926, S. 76). Am 7. November hatte er Prinz Max von Baden gewarnt: „Wenn der Kaiser nicht abdankt, dann ist die soziale Revolution unvermeidlich. Ich aber will sie nicht, ja, ich hasse sie wie eine Sünde.“ (zitiert nach Eschenburg 1984, S. 49). Nun stand er an der Spitze einer revolutionären Regierung. Zusammen mit seinen Parteifreunden Scheidemann und Landsberg bot er in einem Aufruf der USPD eine Beteiligung an. Ebert machte aber unmissverständlich klar, dass der Rat der Volksbeauftragten die Aufgabe hat, möglichst schnell Wahlen zu einer verfassungsgebenden Versammlung herbeizuführen. Männer und Frauen, die das 20. Lebensjahr vollendet hatten, wurde das Wahlrecht zugesagt. Die drei Sozialdemokraten betonten die Notwendigkeit einer funktionierenden Verwaltung und lehnten unrechtmäßige Eingriff in das Privateigentum ab (vgl. Dok. 21 Aufruf der Reichsregierung vom 9. 11. 1918 in Ritter/Miller 1975, S. 81).

Die Bildung einer neuen Regierung

Zwischen der SPD und der USPD begannen noch am Samstag Gespräche über eine Zusammenarbeit in der Regierung. Am Samstagabend nahm der Vorstand der SPD Stellung zu den Forderungen der Unabhängigen. Die Sozialdemokraten bekannten sich zur sozialistischen Republik (vgl. Dok. 528 in Ursachen und Folgen 1959, S. 5). Sie hielten aber im Gegensatz zu den Linkssozialisten daran fest, dass möglichst schnell Wahlen zu einer verfassungsgebenden Versammlung stattfinden sollten. Außerdem lehnten sie es ab, die politische Macht nur gewählten Vertretern der Arbeiterschaft zu überlassen: „Ist mit diesem Verlangen die Diktatur eines Teils einer Klasse gemeint, hinter dem nicht die Volksmehrheit steht, so müssen wir diese Forderung ablehnen, weil sie unseren demokratischen Grundsätzen widerspricht.“ (Dok. 528 in Ursachen und Folgen 1959, S. 6). Die USPD antwortete am 10 November 1918. Sie war bereit, in ein Kabinett einzutreten. Die Arbeiter- und Soldatenräte sollten Träger der Souveränität sein; sie sollten möglichst schnell zu einer „Vollversammlung aus dem ganzen Reiche“ zusammentreten. „Die Frage der Konstituierenden Versammlung wird erst bei einer Konsolidierung der durch die Revolution geschaffenen Zustände aktuell und soll deshalb späterer Erörterung vorbehalten bleiben.“ (Dok. 528a in Ursachen und Folgen 1959, S. 7). Die SPD ging nach kurzen Beratungen darauf ein (vgl. Bernstein 1998, S. 77). Die grundlegende Frage nach dem Wahltermin, die über das weitere Schicksal der Revolution entschied, blieb aber ausgeklammert.

Am Nachmittag trafen sich 3000 Delegierte der Arbeiter- und Soldatenräte aus dem Berliner Raum im Zirkus Busch. Friedrich Ebert, Hugo Haase und Karl Liebknecht, der noch der USPD angehörte, aber offen mit den Bolschewisten sympathisierte, sprachen zu den Delegierten. Eduard Bernstein schilderte in seinem Buch über die Revolution 1918/19 den Ablauf: „Alle wurden mit begeisterten Zurufen freudig begrüßt, und ihre Reden ernteten sämtlich großen Beifall. Aber so stürmisch diese Beifallsbezeugungen waren, so waren sie doch nur einheitlich, soweit sie Ausführungen über den Sinn und die Aufgaben der Revolution galten, und wurden in den Schatten gestellt durch den nicht enden wollenden stürmischen Jubel, den die von Ebert vorgetragene Mitteilung auslöste, daß zwischen den beiden sozialdemokratischen Parteien eine Einigung über die Bildung einer gemeinsamen Regierung auf der Grundlage eines aus je drei Mitgliedern der beiden Parteien zusammenzusetzenden Kabinetts erzielt worden sei.“ (Bernstein 1998, S. 79)

Die Versammlung wählte außerdem einen „Vollzugsrat des Arbeiter- und Soldatenrates Groß-Berlins“, der sich aus 12 Vertretern der Arbeiterräte und 12 Mitgliedern der Soldatenräte zusammensetzte. Er sollte den „Rat der Volksbeauftragten“ kontrollieren, dem drei Sozialdemokraten (Ebert, Scheidemann, Landsberg) und drei Unabhängigen Sozialdemokraten (Haase, Dittmann und Barth) angehörten. Die Reichsämter wurden weiter von Staatssekretären geleitet, die noch aus dem alten Regime kamen. Sie akzeptierten aber die Republik und schienen aufgrund ihrer Fachkenntnisse unersetzlich zu sein (vgl. Bernstein 1998, S. 81).

Der Rat der Volksbeauftragten, v.l.n.r. Emil Barth (USPD), Otto Landsberg (SPD), Friedrich Ebert, Hugo Haase (USPD), Wilhelm Dittmann (USPD), Philipp Scheidemann (SPD). Quelle: http://www.ebert-gedenkstaette.de/pb/site/Ebert-Gedenkstaette/get/68382 via Wikimedia Commons.

Die Versammlung beschloss „unter stürmischer Zusicherung“ der Delegierten – so die wichtigste Parteizeitung der SPD – einen Aufruf, den Ernst Däumig von der USPD verfasst hatte (Dok. 5 Die erste Sitzung des Arbeiter- und Soldatenrats am 10. November 1918, in Ritter/Miller, 1975, S. 93). Deutschland sei „eine sozialistische Republik“ geworden: „Die rasche und konsequente Vergesellschaftung der kapitalistischen Produktionsmittel ist nach der sozialen Struktur Deutschlands und dem Reifegrad seiner wirtschaftlichen und politischen Organisationen ohne starke Erschütterung durchführbar“ (Dok. 530 Proklamation des Berliner Arbeiter- und Soldatenrats vom 10. November 1918 in Ursachen und Folgen 1959, S. 7).

Am 11. November 1918 trat zwischen dem Deutschen Reich und den Alliierten ein vorläufiger Waffenstillstand in Kraft. Die Bedingungen waren hart. Innerhalb kurzer Frist mussten nicht nur die besetzten Gebiete geräumt werden. Deutschland musste auch große Mengen an Material (zum Beispiel Lokomotiven) abliefern und die Hochseeflotte in England internieren lassen. Die deutschen linksrheinischen Gebiete sollten besetzt werden. Die Alliierten hielten ihre Seeblockade aufrecht, sodass Deutschland weiterhin von Lebensmittelzufuhren abgeschnitten war (vgl. Gerwarth 2019, S. 160 ).

Am 12. November verkündeten die „Volksbeauftragten“ ein Programm mit ersten Maßnahmen. Der Belagerungszustand wurde aufgehoben, ebenso die Beschränkungen des Vereins- und Versammlungsrechts. Die Zensur fiel weg und eine Amnestie für politische Straftaten stellte die neue Regierung in Aussicht. Die „Volksbeauftragten“ erklärten das Gesetz über den vaterländischen Hilfsdienst bis auf wenige Regelungen für ungültig. Sie schafften die preußische Gesindeordnung ab und führten Arbeiterschutznormen wieder ein, die man mit Kriegsbeginn außer Kraft gesetzt hatte. Ferner wurde mit dem 1. Januar 1919 der Acht-Stundentag verbindlich. Zu den weiteren sozialpolitischen Sofortmaßnahmen gehörten die Erwerbslosenfürsorge und die Ausweitung der Krankenversicherungspflicht. Am Schluss führten die „Volksbeauftragten“ das Frauenwahlrecht ein: Fortan sollten alle Wahlen im Reich allgemein, gleich, frei, direkt und geheim sein. Die undemokratischen Wahlrechtsverordnungen, die in Bundesstaaten wie Preußen oder Sachsen die Arbeiterschaft benachteiligt hatten, gehörten damit der Vergangenheit an. Der „Rat der Volksbeauftragten“ betrachtete die Versorgung mit Lebensmitteln als wichtiges Ziel und lehnte unkontrollierte Sozialisierungen ab (vgl. Dok. 533 Regierungsprogramm des Rats der Volksbeauftragten vom 12. November 1918 in Ursachen und Folgen 1959, S. 11 – 12).

Vergleicht man dieses Programm mit dem Aufruf des Arbeiter- und Soldatenrates vom 10. November, so wurden unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. Während der „Vollzugsrat“ die Überwindung kapitalistischer Produktionsformen in den Vordergrund stellte, fiel die Proklamation der „Volksbeauftragten“ nüchterner aus. Das Dokument verhieß zwar in seinem Einleitungssatz die Absicht, ein sozialistisches Programm umzusetzen, doch seiner „Grundtendenz (nach) entwickelte der Aufruf eigentümlicherweise kein sozialistisches, sondern ein liberal-demokratisches Verfassungsmodell“, wie der Verfassungsrechtler Ernst Rudolf Huber bilanzierte (Huber 1978, S. 733).

In den Abendstunden des 10. Novembers 1918 hatte Ebert ein Telefonat mit General Groener von der Obersten Heeresleitung geführt. Der Offizier bot dem Sozialdemokraten die Unterstützung des Militärs an. In seinen Erinnerungen schrieb er dazu: „Das Offizierkorps konnte aber nur mit einer Regierung zusammengehen, die den Kampf gegen den Radikalismus und Bolschewismus aufnahm. Dazu war Ebert bereit, aber er hielt sich nur mühsam am Steuer und war nahe daran, von den Unabhängigen und der Liebknechtgruppe über den Haufen gerannt zu werden. Was war demnach näherliegend, als Ebert, den ich als anständigen, zuverlässigen Charakter und unter der Schar seiner Parteigenossen als den staatspolitisch weitsichtigsten Kopf kennengelernt hatte, die Unterstützung des Heeres und des Offizierskorps anzubieten?“ (Groener in Freytag 2020, S. 31). So wäre ein „Bündnis“ entstanden, und fortan hätten sie jeden Tag „auf einer geheimen Leitung“ miteinander telefoniert (Dok. 4 in Freytag 2020, S. 31).

Die neue Regierung war gebildet – die Revolution schien gesiegt zu haben. Doch schon im November musste sich Ebert gegen Kritik aus der Arbeiterschaft zur Wehr setzen.

Ebert als „Regierungschef“

Ebert blieb in den nächsten Wochen bei der Linie, die er am 9. November 1918 vorgab und die auch den Aufruf vom 12. November 1918 prägte. Er sah sich als Chef einer Übergangsregierung, die Wahlen vorbereiten musste. Hinzu kamen Probleme, die als Folgen eines verlorenen Krieges die innere Stabilität gefährdeten: Die Rückführung und Demobilisierung des Heeres, die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Kohle, die Umstellung der Wirtschaft und nicht zuletzt die Erfüllung der harten Bedingungen des vorläufigen Waffenstillstandes. Der Vorsitzende der SPD versuchte daher, den Einfluss des „Vollzugsrates“ auf die Regierungsarbeit einzuschränken. In seinem Rechenschaftsbericht auf der Reichskonferenz der Bundesstaaten vom 25. November 1918 betonte er: „Nur ein innerlich gefestigtes Deutschland vermag in einheitlichem und geschlossenem Handeln das Unglück zu meistern, das ohne Schuld unseres Volkes über uns alle hereingebrochen ist. Nur so, aber auch nur so ist es möglich, Deutschland zu retten.“ (Ebert Werke Band 2, 1926, S. 115)

Für den Vorsitzenden der SPD kam allein der zu wählenden verfassungsgebenden Versammlung die Aufgabe zu, über grundlegende Fragen zu entscheiden. Am 1. Dezember 1918 sagte in einer Volksversammlung: „Politische Freiheit ist Demokratie auf der festen Grundlage der Verfassung und des Rechts. Diese Demokratie unerschütterlich zu festigen, ist Aufgabe der Nationalversammlung, zu der wir am 16. Februar wählen werden. Auf Recht und Vernunft soll die junge deutsche Volksrepublik aufgebaut werden.“ (Ebert Werke Band 2, 1926, S. 121)

Zu diesem Zeitpunkt wuchs innerhalb der Arbeiterschaft und den Arbeiter- und Soldatenräten die Kritik an der Politik des „Rats der Volksbeauftragten“. Man warf Ebert vor, die von großen Teilen der Arbeiterklasse geforderte Verstaatlichung von Schlüsselindustrien zu verzögern. Am 18. November 1918 beschloss der „Rat der Volksbeauftragten“ Betriebe zu sozialisieren, die dafür geeignet waren. Eine Kommission, bestehend aus Nationalökonomen, Vertretern der Unternehmer und Arbeiterschaft sollte darüber beraten (vgl. Ebert Werke Band 2 1926, S. 105). In seiner Rede am 1. Dezember hielt er seinen Kritikern entgegen:

„Von links her wird behauptet, man müsse erst sozialisieren und dann wählen; das Volk sei angeblich zum Wählen noch nicht reif. Solch junkerliche Geringschätzung des Volkes steht Proletariern schlecht zu Gesicht. Diese Parole ist ebenso unsinnig wie gefährlich. Sozialistische Experimente in einzelnen Betrieben können nur zum Schaden der Arbeiter und Diskreditierung des Sozialismus ausschlagen. Sozialismus bedeutet die planmäßige Ordnung der Wirtschaft durch die Gesamtheit, zum Nutzen der Allgemeinheit. Sozialismus schließt jede Willkür aus, er ist Ordnung auf höchster Basis; Unordnung, persönlicher Wille und Gewalttat sind Todfeinde des Sozialismus.“ (Ebert Werke Band 2 1926, S. 123)

Diese Sätze beschreiben Eberts Politik zwischen dem 9. November 1918 und dem Zusammentritt der Weimarer Nationalversammlung. Sie befähigte ihn, das Land in schwierigen Zeiten zu führen. Sie hatte aber auch einen Tunnelblick zur Folge, der dazu führte, dass der Vorsitzende der größten Arbeiterpartei in Europa die Zusammenarbeit mit ehemaligen kaiserlichen Exzellenzen suchte und in den Arbeiter- und Soldatenräten eine Gefahr erblickte. Dabei glaubte Ebert, so das Erfurter Programm der Sozialdemokratie aus dem Jahr 1891 umzusetzen. Immer wieder berief er sich darauf, zum Beispiel in der schon erwähnten Rede vom 1. Dezember 1918. Ebert zitierte eine Passage, in der es heißt, die Sozialdemokratie lehne jede Klassenherrschaft und jede Art der Ausbeutung unabhängig von Rasse, Partei, Geschlecht oder Klasse ab (vgl. Ebert Werke Band 2 1926, S. 121). Daraus zog er die Schlussfolgerung, dass Räte, die nur einen Teil der Bevölkerung repräsentierten und damit eine zweifelhafte demokratische Legitimation besaßen, nicht über die Geschicke der Nation bestimmen könnten:

„Für diese Grundsätze hat die Sozialdemokratie 50 Jahre gekämpft. Dazu muß sie auch heute stehen, wenn sie sich nicht untreu werden will. Sie kämpft nicht nur den Klassenkampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung der Lohnarbeiter, sondern auch den großen idealen Menschheitskampf gegen jede Art der Ausbeutung und Unterdrückung. Unter diesem Zeichen sind wir bisher siegreich vorgedrungen, unter diesem Panier werden wir auch den großen Wahlkampf zur Konstituante führen, und wir werden siegen.“ (Ebert Werke Band 2 1926, S. 121)

Die Fixierung auf den parlamentarischen Weg, verbunden mit der Furcht vor einem linksradikalen Putsch, ließ Ebert in den Arbeiter- und Soldatenräten, vor allem aber im „Vollzugsrat“ nur Störfaktoren, wenn nicht Gegner sehen. Hinzu kam seine Sorge um eine funktionierende Verwaltung, die gerade in Krisenzeiten wichtig war (vgl. Dok. 14 Protokoll der gemeinsamen Sitzung von Vollzugsrat und Rat der Volksbeauftragten am 18.11.1918 in Ritter/Miller 1975, S. 113). Aufzeichnungen Eberts aus der Zeit zwischen dem 15. November 1918 und dem 13. Dezember 1918 bestätigen, dass der Sozialdemokrat einen wachsenden kommunistischen Einfluss fürchtete (vgl. Ebert Werke Band 2 1926, S. 104).

Die Konflikte mit dem „Vollzugsrat“ erreichten in der zweiten Novemberhälfte ihren Höhepunkt. Ebert bestand bei einer gemeinsamen Sitzung des „Vollzugsrates“ und des „Rats der Volksbeauftragten“ am 18. November darauf, dass der „Vollzugsrat“ als Vertretung aller Arbeiter- und Soldatenräte nur die Kontrolle über örtliche Angelegenheiten haben sollte (vgl. Dok 14 Protokoll der gemeinsamen Sitzung von Vollzugsrat und Rat der Volksbeauftragten am 18.11.1918 in Ritter/Miller 1975, S. 113). Die Vertreter der USPD hingegen beanspruchten für das Gremium das Recht, auch zu Fragen der allgemeinen Politik Stellung zu nehmen (vgl. Dok 14 Protokoll der gemeinsamen Sitzung von Vollzugsrat und Rat der Volksbeauftragten am 18.11.1918 in Ritter/Miller 1975, S. 113). Am 22. November 1918 kam es zu einer Vereinbarung, die einen Tag später im Reichsanzeiger veröffentlicht wurde. Demnach lag die „politische Gewalt in den Händen der Arbeiter- und Soldatenräte der deutschen sozialistischen Republik. Ihre Aufgabe ist es, die Errungenschaften der Revolution zu behaupten und auszubauen, sowie die Gegenrevolution niederzuhalten.“ (Dok. 16 Vereinbarung zwischen dem Rat der Volksbeauftragten und dem Vollzugsrat vom 22. 11. 1918 in Ritter/ Miller 1975, S. 119).

Wurden dem „Vollzugsrat“ immerhin noch Kontrollrechte eingeräumt, so machten die einen Tag später erlassenen „Richtlinien des Vollzugsrates der Arbeiter- und Soldatenräte“ deutlich, dass die örtlichen Räte die Verwaltung vor allem bei der Demobilisierung unterstützten sollten (vgl. Dok 17 Richtlinien des Vollzugsrats für die Arbeiter- und Soldatenräte in Ritter/ Miller 1975, S. 120). Im „Rat der Volksbeauftragten“ setzten die Vertreter der SPD das Wahlgesetz für die Wahl zur verfassungsgebenden Versammlung am 16. Februar 1919 durch (vgl. Ebert Werke Band 2, 1926, S. 109). Der bayerische Ministerpräsident Kurt Eisner, Mitglied der USPD, hatte jedes Vertrauen in den „Rat der Volksbeauftragten“ verloren. „Die Regierung will schnellstens in die alten Zustände zurückkehren, wogegen sich die Arbeiter-und Soldatenräte mit Recht wehren“, bemerkte er am 26. November 1918 gegenüber den Ministern seiner Regierung (Dok 9 in Freytag 2010, S. 38).

Auf dem Linienschiff „Prinzregent Luitpold“ fordert der Soldatenrat die „sozialistische Republik“. Auch Prinzregenten sollten nun Bürger werden dürfen. Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-J0908-0600-002 / CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons.

Die Vorentscheidung für eine repräsentative Demokratie war gefallen. Das musste keine Restauration bedeuten. Aber Ebert verfolgte im Dezember eine Politik, die Fragen aufwirft. Seit Ende November kehrten die Truppen des Feldheeres in die Heimat zurück. „Die Restauration kam mit dem Westheer …“, konstatierte 1985 der Historiker Ulrich Kluge (Kluge 1985, S. 84). Wie man zumindest in Teilen der Armee dachte, zeigt ein Kompaniebefehl einer Infanteriedivision vom 4. Dezember 1918. „Wir kommen nun in ein Gebiet, in welchem die Arbeiter- und Soldatenräte die Gewalt in den Händen haben; die große Mehrheit des Volkes ist aber mit der gegenwärtigen Regierung nicht einverstanden, die Arbeiter- und Soldatenräte hausen in einer schlimmen Weise, zahlen Tagelöhne von 40 Mark an Bürogehilfen und Boten und verschleudern so das Volksgut … Das Bürgertum wird in der allernächsten Zeit gegen diese Regierung vorgehen, die beseitigt werden muß.“ (Dok. 747 in Ursachen und Folgen 1959, S. 500)

Am 2. Dezember 1918 zogen Einheiten des Gardekorps unter den Fahnen des Kaiserreiches in Berlin ein (vgl. Dok. 550 in Ursachen und Folgen 1959, S. 29-30). Vier Tage später demonstrierten Soldaten und Studenten vor der Reichskanzlei. Man kritisierte den „Vollzugsrat“ und forderte Wahlen zur Nationalversammlung im Dezember. Ebert wurde zum Reichspräsidenten ausgerufen. Der Vorsitzende der SPD sprach zu den Demonstranten, wollte sich aber nicht festlegen (vgl. Winkler 2018, S. 50).

Am 6. Dezember 1918 kam es noch zu zwei Vorfällen, die Zeugnis dafür ablegten, wie angespannt die Situation war. Am Nachmittag verhaftete ein Feldwebel, „ein konfuses Mitglied des Soldatenrats“, den Vollzugsrat (Bernstein 1998, S. 110). Einige Stunden später feuerten Soldaten der Gardefüsiliere auf einen Demonstrationszug, der vom linksradikalen „Spartakus“ organisiert worden war. 16 Tote blieben zurück. Am Tag darauf tagten der „Rat der Volksbeauftragten“ und der „Vollzugsrat“. Der „Vollzugsrat“ soll die Absetzung Eberts gedrungen haben. Die Mehrheitssozialdemokraten wiederum warfen ihren Kontrahenten Kompetenzüberschreitung vor (vgl. Ebert Werke Band 2 1926, S. 110).

Am 10. Dezember begrüßte Ebert in Berlin heimkehrende Truppen. Der Vollzugsrat hatte den Einzug der Soldaten abgelehnt. 1925 sagte General Groener im „Dolchstoß-Prozess“ als Zeuge: „Wir haben für diesen Einmarsch, der zugleich die Gelegenheit bringen sollte, wieder eine feste Regierung in Berlin aufzustellen – ich muß jetzt unter meinem Eid aussagen, die Herren haben mich gefragt, infolge dessen muß ich in Gottes Namen reden, was ich bisher aus guten Gründen nicht getan habe -, ein militärisches Programm ausgearbeitet habe für die Einzeltage. In diesem Programm war tageweise enthalten, was zu geschehen hatte: die Entwaffnung Berlins, die Säuberung Berlins von Spartakisten usw. Das war alles vorgesehen, tageweise für die einzelnen Divisionen.“ (zitiert nach Haffner 1984, S. 113)

Der Publizist Sebastian Haffner, ein wortgewaltiger, aber nicht unbedingt um Objektivität bemühter Kritiker der Politik Eberts, behauptet in seinem Buch über die Revolution 1918/19, der Plan des Generals wäre 1940 veröffentlicht worden – eine Quellenangabe macht Haffner nicht (vgl. Haffner 1984, S. 113). Joachim Knäpper schildert in seiner Darstellung der Revolutionsereignisse, dass ein Verbindungsoffizier der Obersten Heeresleitung, Oberst Hans von Haeften, im November Ebert vorgeschlagen hätte, mit 15 Divisionen in Berlin einzumarschieren und den Vorsitzenden der SPD als Staatsoberhaupt mit umfangreichen Vollmachten einzusetzen. Ebert soll sich die Ohren zugehalten haben. (vgl. Knäpper 2017, S. 273) Walter Mühlhausen beschreibt in seiner Monografie über den ersten Präsidenten der Weimarer Republik den Plan; am 18. November 1918 soll Ministerialdirektor Simons Ebert über das Vorhaben der Militärs informiert haben (vgl. Mühlhausen 2006, S. 132). Simon soll den Eindruck gewonnen haben, „dass Ebert sich letzten Endes gegenüber dem Plan nicht ablehnend verhalten werde.“ (Mühlhausen 2006, S. 132).
Ein Politiker, der sich als Demokrat und Sozialist verstand, schenkte Militärs und höheren Beamten sein Ohr, die ihn dazu überreden wollen, sich gegen Arbeiter- und Soldatenräte zu wenden, in denen viele Vertreter der Mehrheitssozialdemokratie vertreten waren – nichts verdeutlicht mehr den Schlingerkurs, den Ebert steuerte. Die Offiziere schienen ihm näher zu stehen als Teile der eigenen Partei.

Dabei hatte Ebert erkannt, dass die junge Republik sich auf loyale Sicherungskräfte verlassen musste. Anfang Dezember hatte er im „Rat der Volksbeauftragten“ gegen die Stimmen der USPD die „Schaffung einer Volkswehr auf demokratischer Grundlage“ durchgesetzt (Ebert Werke Band 2 1926, S. 110). Das Vorhaben wurde zur organisatorischen Umsetzung an das preußische Kriegsministerium verwiesen – wo es im Geschäftsgang endete.

Am 13. Dezember 1918 diskutierte der „Rat der Volksbeauftragten“ über das Verhältnis zum „Vollzugsrat“. Ebert verwahrte sich gegen das „Herum- und Hineinregieren der A- und S-Räte im Lande“ (Dok. 555 Aus dem Protokoll der Sitzung des Rates der Volksbeauftragten vom 13. Dezember 1918 in Ursachen und Folgen 1959, S. 35). Haase verteidigte die Arbeit der Räte; die vermeintlichen Übergriffe wären die Reaktion auf das Verhalten des Militärs gewesen (vgl. Dok. 555 in Ursachen und Folgen 1959, S. 35). Der Mehrheitssozialdemokrat Landsberg wiegelte ab: „Bei den Offizieren handelt es sich um einige verrannte Kerle. Bei den A- und S-Räten um die Organisierung der Unordnung …“. (Dok 555 in Ursachen und Folgen 1959, S. 35) Eduard Bernstein kam aus der Warte eines Zeitzeugen zu einem anderen Urteil über die Räte: „Kurz, es fehlte nicht an Anlaß zu berechtigten Beschwerden. Diese sind aber maßlos übertrieben und in völlig unberechtigtem Grade verallgemeinert worden … Im Ganzen haben die Arbeiterräte erheblich mehr Nutzen gestiftet, als sie Kosten verursacht haben.“ (Bernstein, 1998, S. 239)

Der Allgemeine Kongress der Arbeiter- und Soldatenräte Deutschlands, auch Reichsrätekongress genannt, tagte vom 16. bis zum 20. Dezember 1918. Die SPD stellte mehr als die Hälfte der Delegierten; der kommunistische Spartakus konnte nur wenige Mandate erringen. Mit großer Mehrheit beschloss die Versammlung, für den 19. Januar 1919 Wahlen für eine Nationalversammlung anzusetzen. Außerdem forderten die Delegierten die Sozialisierung von Industriebetrieben und eine grundlegende Militärreform. Die Truppe sollte sich ihre Offiziere wählen können (vgl. Dok. 5 Beschluss des Rätekongresses zur Kommandogewalt – sieben Hamburger Punkte – vom 18.12.1918 in Ritter/Miller 1975, S. 155-156).

Die Oberste Heeresleitung lief Sturme gegen diese Pläne (vgl. Dok. 6 Telegramm Hindenburgs an die Armeeoberkommandos in Ritter/Miller 1975, S. 156). Wie groß die Abhängigkeit Eberts von den Militärs geworden war, zeigten die Ereignisse vom 23./24. Dezember in Berlin.

In der Reichshauptstadt forderte die Volksmarinedivision die Auszahlung ihrer Löhnung. Außerdem wehrten die Soldaten sich gegen die Reduzierung der Einheit. Am 23. Dezember 1918 machte der Stadtkommandant, der Sozialdemokrat Otto Wels, das Angebot, 80 000 Mark auszuzahlen. Ab Januar stünde jedoch nur der Sod für eine verringerte Truppe zur Verfügung. Warum es nicht dazu kam, dass die Soldaten ihr Geld erhielten, ist umstritten. Wels wurde unter Arrest genommen. Friedrich Ebert rief regierungstreue Truppen aus der Umgebung Berlins zur Hilfe. Obwohl Wels um drei Uhr morgens freigelassen wurde, kam es in den nächsten Stunden zu heftigen Kämpfen. Den Truppen Eberts gelang es nicht, das von der Marinedivision gehaltene Gebäude zu stürmen. Bis in den Vormittag des Heiligabends wurde gekämpft. Die USPD schied daraufhin am 29. Dezember 1918 aus dem „Rat der Volksbeauftragten“ aus. Die Sozialdemokraten Gustav Noske und Rudolf Wissel nahmen ihre Plätze ein.

Zwischen dem 5. Januar und dem 13. Januar 1919 kam es in Berlin zu bürgerkriegsähnlichen Kämpfen. Linksradikale Kräfte versuchten, die Macht an sich zu reißen. Für den bewaffneten Kampf setzten sich die Kommunisten Karl Liebknecht und Wilhelm Pieck ein; der ehemalige Vorsitzende des „Vollzugsausschusses“ Richard Müller von der USPD sprach sich dagegen aus. Der „Rat der Volksbeauftragten“ erhielt vom „Zentralausschuss“ (seit dem Rätekongress der Nachfolger des „Vollzugsrates“) die Ermächtigung, Truppen einzusetzen. Zwei Tage nach dem Ende der Kämpfe ermordeten regierungstreue Soldaten Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg.

Zum ersten Mal durften Frauen ihre Stimme abgeben und für Mandate kandidieren – eine demokratische Errungenschaft, die ohne Revolution nicht möglich gewesen wäre. Quelle: Wikimedia Commons.

Am 19. Januar 1919 fanden in Deutschland die Wahlen zur verfassungsgebenden Versammlung statt. 83 % aller Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Die Sozialdemokraten erhielten 37,9 % und stellten die stärkste Fraktion, gefolgt vom katholischen Zentrum mit 19,7 %. Die linksliberale Deutsche Demokratische Partei (DDP) erreichte 18,5 %. Auf Platz vier folgte die rechtskonservative Deutschnationale Volkspartei mit 10,3 %. Die USPD landete mit 7,6 % auf Rang 5 vor der rechtsliberalen Deutschen Volkspartei (DVP). Die am 1. Januar 1919 gegründete Kommunistische Partei Deutschlands hatte an den Wahlen nicht teilgenommen.

Am 6. Februar 1919 wurde in Weimar die Nationalversammlung eröffnet. Die erste Etappe auf dem Weg zur parlamentarischen Demokratie war erfolgreich gemeistert worden.

Friedrich Ebert: Demokrat, aber kein demokratischer Revolutionär

Hätte die Weimarer Republik eine größere Chance gehabt, wenn man 1918/19 entschiedener gegen die konservativen Eliten im Militär, in der Wirtschaft und in der Verwaltung vorgegangen wäre? (vgl. Rürup 2020, S. 170). Kritiker wie Reinhard Rürup würdigen die Leistungen des Vorsitzenden des Rats der Vollzugsbeauftragten als Krisenmanager, werfen ihm jedoch vor, die Chance für grundlegende Reformen vertan zu haben. Ebert hätte sich nur als Konkursverwalter, nicht aber als demokratischer Revolutionär verstanden (vgl. Rürup 2020, S. 179). Vor allem hätte er das demokratische Potenzial der Rätebewegung nicht erkannt (vgl. Rürup 2020, S. 135). Richard Löwenthal brachte der Position Eberts bei aller grundsätzlichen Kritik mehr Verständnis entgegen: „Der Versuch, eine freiheitlich-demokratische Verfassung ohne Angriff auf den vordemokratischen und im Effekt antidemokratischen Staatsapparat einzuführen, entsprach in all seiner Widersprüchlichkeit den widersprüchlichen Bedürfnissen breiter Massen, die sich zugleich nach einer neuen Freiheit und nach Kontinuität ihrer Lebensordnung und des sie sichernden (alten) administrativen Rahmens sehnten. Um dieses überstarken Bedürfnisses nach Kontinuität willen, das alle hochindustriellen Gesellschaften kennzeichnet, wurde 1918/19 und abermals 1920 das versäumt und direkt verhindert, was Deutschland zu einer wirklich lebensfähigen Demokratie hätte machen können.“ (Löwenthal in Grebing 2008, S. 177)

Die Frage, was wäre wenn, also kontrafaktisches Denken, ist legitim, wenn man Alternativen diskutiert, die in der fraglichen Zeiten eine Rolle gespielt haben. Schon zeitgenössischen Beobachtern fiel auf,  dass Ebert sich immer mehr auf das Militär stützte und blind zu sein schien für die Gefahr einer Konterrevolution. Die Vergesellschaftung der Kohleindustrie wurde nicht nur von der sozialdemokratischen Arbeiterschaft, sondern auch von Liberalen wie dem Gewerkschafter Anton Erkelenz oder dem Kultursoziologen Alfred Weber gefordert. Allerdings gingen sie davon aus, dass dies im Rahmen einer parlamentarischen Demokratie erfolgen müsse.

Friedrich Ebert sah sich als demokratischer Sozialist. Das Erfurter Programm von 1891 blieb seine Richtschnur. Die Sozialdemokraten waren davon überzeugt, dass das kapitalistische System an seinen Widersprüchen zugrunde gehen würde. Das Privateigentum an Grund und Boden und an Rohstoffen müsse in Gemeineigentum überführt werden. Die Sozialdemokratie wollte aber keine sozialistische Diktatur erreichen, sondern sah sich als demokratische Kraft, die gegen jede Form der Willkürherrschaft Stellung bezieht. Freie Wahlen nach dem allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Stimmrecht, Volksentscheide, die Gleichstellung von Mann und Frau, die Trennung von Kirche und Staat und die Abschaffung der Todesstrafe, um nur einige Forderungen zu nennen, gehörten zu ihrem Programm.

Allerdings gelang es der SPD im Kaiserreich nicht, eine konsequente reformsozialistischen Strategie zu entwickeln. Im politischen Alltagsgeschäft versuchte sie als sozialreformerische Kraft, das Leben des Arbeiters zu verbessern. Die Diskrepanz zwischen radikaler Theorie und reformerischer Praxis wurde dabei ausgeblendet. Wie die Mehrheit der Partei wandte sich Ebert zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegen die Forderungen der Revisionisten, die SPD möge von der Vorstellung Abstand nehmen, der Kapitalismus werde automatisch zusammenbrechen. Als Parlamentarier suchte er die Zusammenarbeit mit den bürgerlichen Kräften, die zu grundlegenden Reformen bereit waren. Friedrich Ebert war kein Mann der großen Entwürfe, sondern ein Kleintaktiker der sozialen Demokratie. Hier lagen seine Stärken. Die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit den Liberalen und anderen bürgerlichen Parteien wollte er auch 1918/19 offen halten.

Mit diesem geistigen Koordinatensystem sollte er als Vorsitzender des Rats der Volksbeauftragten das Deutsche Reich vor einem Kollaps bewahren. Doch es machte ihn auch blind für drohende Gefahren. Die Zusammenarbeit mit den Militärs in den ersten Wochen nach dem 9. November 1918 war wichtig. Wäre es nicht gelungen, das Feldheer innerhalb kurzer Zeit in die Heimat zurückzuführen, so wären die Soldaten nach den Bestimmungen des vorläufigen Waffenstillstandes in Gefangenschaft geraten. Die beiden sozialdemokratischen Parteien hätten sich dafür in der Öffentlichkeit verantworten müssen. Nicht nachvollziehbar dagegen ist das fast schon naiv zu nennende Vertrauen, das Ebert und Teile der SPD der Obersten Heeresleitung entgegen brachten und das Misstrauen, mit dem sie den Arbeiter- und Soldatenräten begegneten.

Der Vorwurf, Ebert hätte die Sozialisierung in diesem Stadium der Revolution verschleppt, wird meiner Meinung nach zu Unrecht erhoben. Als Vorsitzender des Rats der Volksbeauftragten leitete er die ersten Schritte ein. Angesichts der wirtschaftlichen Probleme, die mit der Demobilisierung einher gingen, vor allem aber angesichts der gefährdeten Versorgung mit Lebensmittel und Brennmaterial wäre es unverantwortlich gewesen, sofort mit der Vergesellschaftung zu beginnen. Und hätten nicht später bürgerliche Mehrheiten die Sozialisierungen rückgängig machen können? Wenn man im Zusammenhang mit der Revolution 1918/19 und der Weimarer Demokratie über Alternativen nachdenkt, sollte man auch diesen Aspekt berücksichtigen.

Als „Vorsitzender des Rats der Volksbeauftragten“ hätte Friedrich Ebert der Obersten Heeresleitung nicht so viel Spielraum gewähren dürfen. Seine Haltung gegenüber den Arbeiter- und Soldatenräten trug zur Spaltung zwischen SPD und USPD und damit des demokratischen Lagers bei. Er überschätzte die Gefahr von links.

Friedrich Ebert übernahm die Regierungsgeschäfte in sehr schwierigen Zeiten und trug maßgeblich mit dazu bei, dass große tagespolitische Herausforderungen bewältigt wurden. Ebert bewies, dass die Sozialdemokratie regieren konnte. Dies verdient bei aller berechtigten Kritik Respekt: Mit der Wahl zur Weimarer Nationalversammlung im Januar 1919 war der erste Schritt zu einer politischen Ordnung getan, die mehr Teilhabe ermöglichte. Zum ersten Mal konnten Frauen ihre Stimme abgeben und für Mandate kandidieren. Die Parlamente im Reich und den Bundesstaaten hatten nun die Chance, die Fundamente für eine demokratische Republik zu legen. Friedrich Ebert hat – bei aller Kritik – dazu beigetragen und gehört zu den Gründervätern der Demokratie in Deutschland.

 

Der Text wurde am 9. November 1918 im Schlussteil geringfügig überarbeitet.

 

Teil 1 der Geschichte der Weimarer Republik.

 

Weiterführende Informationen:

Revolution und Gründung der Republik: Tag für Tag (uni-jena.de)

Verein / Weimarer Republik (weimarer-republik.net)

 

Ein Aufsatz des Historikers Peter Brandt:

Geachtet und umstritten, Zum 150. Geburtstag von Friedrich Ebert – Neue Gesellschaft Frankfurter Hefte (frankfurter-hefte.de)

 

Gedruckte Quellen

Nils Freytag (Hrsg.): Quellen zur Innenpolitik der Weimarer Republik 1918 – 1933, Darmstadt 2010

Herbert Michaelis, Ernst Schraepler (Hrsg.): Ursachen und Folgen. Vom deutschen Zusammenbruch 1918 und 1945 bis zur staatlichen Neuordnung Deutschlands in der Gegenwart. Eine Urkunden- und Dokumentensammlung zur Zeitgeschichte. Band 3: Der Weg in die Weimarer Republik, Berlin 1959

Gerhard Ritter, Susanne Miller (Hrsg.): Die deutsche Revolution 1918 – 1919, 2. erheblich erweiterte und überarbeitete Ausgabe, Hamburg 1975

 

Literatur (eine Auswahl)

Peter Brandt, Deutschland 1918/19 – Revolution und Konterrevolution, in: Helga Grebing (Hrsg.): Die deutsche Revolution 1918/19, Berlin 2008, S. 283 – 304

Peter Brandt, Detlef Lehnert, „Mehr Demokratie wagen“. Geschichte der Sozialdemokratie 1830 – 2010, Berlin 2013

Peter Brandt, Detlev Lehnert (Hrsg.): Reinhard Rürup, Revolution und Demokratiegründung. Studien zur deutschen Geschichte; Göttingen 2020

Ursula Büttner, Weimar – die überforderte Republik 1918 – 1933, in: Gebhardt. Handbuch der deutschen Geschichte. 10., völlig neu bearbeitete Auflage, Stuttgart 2010, S. 173 – 812

Friedrich Ebert, Schriften, Aufzeichnungen, Reden, Band 1 und 2, Dresden 1926

Theodor Eschenburg, Die Republik von Weimar. Beiträge zur Geschichte einer improvisierten Demokratie, 2. Aufl. München 1985

Robert Gerwarth, Die größte aller Revolutionen. November 1918 und der Aufbruch in eine neue Zeit, München 2019

Helga Grebing, Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. Von der Revolution 1848 bis ins 21. Jahrhundert, Berlin 2007

Sebastian Haffner, 1918/19. Eine deutsche Revolution, Hamburg 1984

Ernst Rudolf Huber, Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Band V: Weltkrieg, Revolution und Reichserneuerung 1914-1919, Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz 1978

Henning Köhler, Deutschland auf dem weg zu sich selbst. Eine Jahrhundertgeschichte, Stuttgart, Hohenheim 2002

Eberhard Kolb, Die Arbeiterräte in der deutschen Innenpolitik 1918 – 1919, Frankfurt/M., Berlin, Wien 1978

Ulrich Kluge, Die deutsche Revolution 1918, Frankfurt/M. 1985

Joachim Knäpper, 1918. Aufstand für die Freiheit. Die Revolution der Besonnenen, München 2017

Richard Löwenthal, Die Deutsche Sozialdemokratie in Weimar und heute. Zur Problematik der „versäumten“ demokratischen Revolution, in: Helga Grebing (Hrsg.): Die deutsche Revolution 1918/19, Berlin 2008, S. 171 – 186

Walter Mühlhausen, Friedrich Ebert 1871 – 1925. Reichspräsident der Weimarer Republik, Bonn 2006

Walter Mühlhausen, Friedrich Ebert, 2. verb. u. erweiterte Aufl., Bonn 2020

Arthur Rosenberg, Geschichte der Weimarer, Hamburg 1991

Hagen Schulze, Weimar. Deutschland 1917 – 1933, Berlin 1998

Heinrich August Winkler (Hrsg.): Eduard Bernstein – Die deutsche Revolution 1918/19. Geschichte der Entstehung und ersten Arbeitsperiode der deutschen Republik, Bonn 1998