Kein zweiter Bismarck

Sein Spitzname lautete der „Aal“. Die Rede ist von Bernhard von Bülöw, von 1897 bis 1900 Staatssekretär des Äußeren und von 1900 bis 1909 Reichskanzler des Deutschen Reiches. Nur wenige Zeitgenossen wissen Positives über ihn zu berichten; die meisten Historiker bewerten seine Amtszeit negativ. „Bülow war Höfling, er wollte etwas werden“, charakterisiert ihn der Historiker … weiterlesen

Die liberale Hoffnung des Kaiserreiches?

Friedrich III., auch „99-Tage-Kaiser“ genannt, beschäftigt immer noch die Deutschen. Hätte die Geschichte des Kaiserreiches einen anderen Verlauf genommen, wenn der Hohenzoller in jüngeren Jahren als gesunder Mann auf den Thron gekommen wäre? Schon zu seinen Lebzeiten waren die Meinungen geteilt. Die sozialdemokratische Presse belächelte den Mythos vom liberalen Kronprinzen. In der Bevölkerung war Friedrich … weiterlesen

1914: Kein Wunder an der Marne

Manche sprachen nach dem Krieg vom „Wunder an der Marne“. Doch ein Wunder entschied nicht über den Ausgang der Schlacht. Beide Kriegsparteien wollten mit einer Offensive den Krieg entscheiden. Frankreich plante die Eroberung der 1871 an Deutschland verlorenen Gebiete, während Deutschland seine strategisch ungünstige Lage in einem Mehrfrontenkrieg durch einen schnellen Erfolg im Westen ausgleichen … weiterlesen

Nationaliberalismus zwischen 1867 und 1914

1897 veröffentlichte der Maler und Zeichner Thomas Theodor Heine eine Karikatur mit dem Titel „Nationalliberal“. Ein junger Mann hält um die Hand der Tochter des Hauses an. Die Szene spielt im Wohnzimmer einer Familie des gehobenen Bürgertums. Der Heiratskandidat, ein junger Mann in bürgerlicher Kleidung, mag zwar das Herz der jungen Dame erobert haben, aber … weiterlesen

„Die Kosaken kommen“

Krieg in Ostpreußen: Zwei russische Armeen besetzten deutsches Gebiet. Für das deutsche Oberkommando war die Provinz im Osten zu Beginn des Krieges nur ein Nebenkriegsschauplatz. Eine deutsche Armee sollte so lange hinhaltenden Widerstand leisten, bis im Westen nach ungefähr sechs Wochen die Entscheidung in Frankreich gefallen wäre. Dann hätte man deutsche Truppen nach Ostpreußen verlegt, … weiterlesen

Ein Interview des Kaisers und seine Folgen

Die Daily-Telegraph-Affäre führte im November 1908 zu einer innenpolitischen Krise in Deutschland. Selten debattierte der Reichstag zwischen 1871 und 1918 so kritisch über das Staatsoberhaupt. Was war geschehen? Am 28. Oktober 1908 erschien in der englischen Tageszeitung Daily Telegraph ein Artikel, in dem sich Wilhelm II. zum deutsch-englischen Verhältnis äußerte. Er stellte sich als Freund … weiterlesen

Sozialliberal – eine verpasste Chance im Kaiserreich?

1898 äußerte der Nationalliberale Ludwig Bamberger gegenüber dem liberalen Nationalökonom Lujo Brentano die Ansicht; „es werde den Liberalen nichts übrig bleiben, als mit den Sozialdemokraten sich zu verbünden.“ Die SPD galt damals als „Bürgerschreck“. Ihre marxistischen Parolen, ihre Kampfansage an die bürgerliche Gesellschaft – zumindest auf Parteitagen vorgetragen – ließen auch viele Linksliberale an die … weiterlesen

Seeschlacht im Skagerrak: Schüler gegen Meister

In den späten Nachmittagsstunden des 31. Mai 1916 trafen im Skagerrak, einem Seegebiet zwischen der Nordküste Dänemarks, der Südküste Norwegens und der Südwestküste Schwedens, die englische „Grand Fleet“ und die deutsche Hochseeflotte aufeinander. In Deutschland spricht man von der Schlacht im Skagerrak; in England von der „Battle of Jutland“. Die britischen Seestreitkräfte waren ihrem Feind … weiterlesen

General Erich Ludendorff oder Glanz und Elend des deutschen Generalstabes

General Erich Ludendorff (1865 bis 1937, rechts auf dem Bild) gehört zu den bekanntesten Generälen des deutschen Heeres im 20. Jahrhundert. Von 1916 bis 1918 war er zusammen mit Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg in der Obersten Heeresleitung für die Führung des Krieges verantwortlich. Ludendorff lehnte einen Kompromissfrieden ab und wollte mit einem Sieg die Großmachtstellung … weiterlesen

Reichskanzler Caprivi und die Politik des „Neuen Kurses“

1890 endete in Deutschland eine Epoche. Fürst Bismarck, der seit 1862 als preußischer Ministerpräsident und seit 1871 als Reichskanzler die deutsche Politik maßgeblich beeinflusst hatte, trat von seinen Ämtern zurück. Nachfolger wurde ein General: Leo von Caprivi, der bis dahin nur wenig mit Politik zu tun hatte. Wer jetzt glaubt, Wilhelm II. wollte eine Militärherrschaft … weiterlesen